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Thema: BUCKCHERRY - All Night Long

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    Prof. Dr. Cinematik™ Avatar von Wintermond
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    Standard BUCKCHERRY - All Night Long



    Album: All Night Long von BUCKCHERRY

    Songs:
    1. All Night Long
    2. It`s A Party
    3. These Things
    4. Oh My Lord
    5. Recovery
    6. Never Say Never
    7. I Want You
    8. Liberty
    9. Our World
    10. Bliss
    11. Dead (ALL VOCAL UP)

    Medium: CD
    Label: Eleven Seven Music
    Vertrieb: EMI
    Veröffentlichung: 30.07.2010

    Rezension: Obwohl hierzulande noch recht unbekannt, gelten BUCKCHERRY in den USA, ihrer Heimat, als das heißeste Hardrock-Gerät seit AEROSMITH. Kein Wunder, denn hier sind einige Ähnlichkeiten zwar kaum zu übersehen, vor allem im Sound und der Stimme von Sänger JOSH TODD, dennoch besitzen BUCKCHERRY eine eigene, schärfere und härtere Note – und die kommt auch hervorragend an!
    Schon auf dem Debüt Buckcherry von 1999 war der Hit „Lit Up“ enthalten. 2001 folgte Time Bomb mit der Top-Single „Ridin`“. Danach pausierte die Band fast fünf Jahre, in denen sich die einzelnen Mitglieder der Band anderen Projekten widmen konnten. Im Jahre 2006 meldeten sich die Jungs sehr eindrucksvoll mit 15 zurück und hatten mit „Sorry“ und „Crazy Bitch“ ganz nebenbei ihre größten Hits. Das Album hielt sich 60 Wochen in den US-Charts und „Crazy Bitch“ alleine erreichte durch 1,2 Millionen Verkäufe den Platin-Status. Zwei Jahre später konnte die Single „Too Drunk . . . “ den Erfolg im prüden Ami-Land zwar nicht wiederholen, das dazugehörige Album Black Butterfly wurde allerdings zum größten Erfolg, den BUCKCHERRY einheimsen konnten. Etliche Auszeichnungen und Platz 8 in den US-Albumcharts. Mehr als 3 Millionen verkaufter Tonträger kamen so zusammen. Keine Frage: BUCKCHERRY wissen man gute Alben produziert. Nun steht ab dem 30. Juli 2010 ihr neuestes Album All Night Long zum Kauf bereit, wo die Jungs sogar gänzlich ohne Demos im Studio aufkreuzten und einfach drauf los rockten. Ob dieses Experiment aber auch geglückt ist?

    Song Nr. 1 ist auch gleich die erste Single „All Night Long“. Ein lässige und typische Hardrock-Nummer, die man locker und gern mitbrüllen kann. Der Song war übrigens vorab auf der Homepage, Facebook und Twitter als freien Download erhältlich, was auch prompt zum kurzzeitigen Absturz von Twitter führte. „It`s A Party“ folgt dem Schema und bietet ebenfalls ein klassisches Hardrock-Riff, lässige Sleaze-Gitarren und eine unverkennbare Reminiszenz an „We Will Rock You“ von QUEEN. Das anfolgende „These Things“ überrascht mit ruhigeren Tönen und sehr präsenten Folkanleihen. Ziemlich bodenständig, ziemlich cool und ziemlich straight kommt „Oh My Lord“ daher, was auf diese Art und mit dem mächtigen Chorus eindeutig an die frühe Phase AC/DC erinnert, als noch BON SCOTT am Mikro stand. „Recovery“ ist eine schnelle Rocknummer und zieht das Tempo darum auch ganz schön an. Auch „Never Say Never“ erinnert auffällig an AC/DC, nun jedoch mehr an die Ära von BRIAN JOHNSON. Dabei ist der Song selbst recht schnell und treibend. „I Want You“ ist eine typische Hardrock-Ballade; am Anfang noch arg ruhig mit Acoustic-Gitarren, dröhnt beim Chorus schon recht wuchtiger Sound aus den Ohren. „Liberty“ besticht vor allem durch ein sehr verspieltes Riff, dass auf diese Art ziemlich chillig wirkt. „Our World“ klingt dagegen depressiver und nervt leider in den Strophen durch unrunden Takt a’la PEARL JAM. Der vorletzte Track „Bliss“ gehört auch zu den ruhigeren Stücken des Albums, wenn nicht gar eine Spur zu ruhig. Das was hier in den ersten Minuten dargeboten wird könnte ebenso von jeder x-beliebigen Indie-Rockband aus irgendeiner US-Vorstadt stammen. Langweilig, nichtssagend; oder mit einem Wort: überflüssig. Zum Abschluss erfolgt dann mit „Dead (ALL VOCAL UP)“ dann doch ein schneller, geradliniger Rocker der auch gleich im Ohr hängen bleibt.

    Das Klangbild von All Night Long verzichtet komplett auf Keyboards jeglicher Art, auch Streichinstrumente oder gar ein Klavier sucht man vergebens. Es gibt also tatsächlich nur die Grundzutaten Gitarre, Bass, Drums und Gesang zu hören, wie es sich gefälligst für eine Hardrock-Band gehört! Also Rocksound in reinster Form. Der Bass von JIMMY ASHHURST gibt dabei im Backround die Basis für die E-Gitarren von KEITH NELSON und STEVIE D.. Die E-Gitarren dominieren mehr durch das Brummen wie die Flügelschläge einer Hornisse, anstatt auf extreme Verzerrung zu setzen. Schlagzeuger XAVIER MURIEL spielt sein Instrument auch gänzlich ohne jegliche Hilfe des Computers, während Sänger JOSH TODD seine Vocals in gewohnte Weise mit leichtem Krächzen heraushaut. Lediglich wurden in einigen Songs Acoustic-Gitarren eingebaut, besonders natürlich in den ruhigeren Stücken.

    Auch inhaltlich machen BUCKCHERRY keine Experimente und bieten nahezu klassischen Hardrock. Dass bedeutet einfache Riffs, mitreißenden Gitarrensoli, eingängige Melodien und Texte voller Sex, Drugs und Rock `N´ Roll. Das Tempo von All Night Long ist gut durchmischt, weist recht lahme Titel, Uptempo-Nummern und auch einige schnellere Songs auf. Tempowechsel innerhalb der Songs sind eher selten. Für den Hardrock typisch besitzt jeder Song einen Chorus, der sehr wuchtig klingt und einfach zu merken ist. Das sorgt dafür, dass man sich den Song leicht merken und dementsprechend auf den Konzerten mitsingen kann. Darüber hinaus sind auf All Night Long einige sehr coole Reminiszenzen an andere Hardrock-Größen enthalten, die aber allen den Stempel von BUCKCHERRY tragen. Leider finden sich auch einige schlechte und langweilige Stücke darunter, die nicht gerade dazu passen. Aber die halten sich in Grenzen und trüben den Hörgenuss nur wenig. Denn wozu gibt es die Skip-Taste?

    Fazit: Mehr Tattoos, mehr Alkohol, aber ansonsten haben sich die Amerikaner nicht verändert. BUCKCHERRY beweisen mit All Night Long, dass guter Hardrock weder im Sound noch in der Spielweise eine Veränderung braucht. Wie eh und jeh haben die Jungs ein gutes Album in typischer BUCKCHERRY-Manier abgeliefert, dass sich kaum von den Vorgängern unterscheidet. Allerdings weiß nicht jeder Track von All Night Long zu überzeugen, weswegen der Longplayer lediglich 7 von 10 Punkten erhält.


    Anspieltipps:
    All Night Long
    These Things
    Never Say Never
    Dead (ALL VOCAL UP)

    Zitat Zitat von YouTube
    Dieses Video ist in deinem Land nicht verfügbar
    Ich weiß nicht, wie oft ich diesen verdammten Satz in letzter Zeit gehört habe. Wer ist noch dafür, die Verantwortlichen umzubringen?



    Diese Rezension findet ihr auch auf theSPINE
    Geändert von Wintermond (In den letzten 4 Wochen um 19:01 Uhr)
    "Ich habe noch keinen heiligen Krieg gesehen, der im Namen Satans geführt wurde." - GLENN DANZIG

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