Rezension: „Was lange währt, wird endlich gut“ sagt schon ein altes Sprichwort, das sich auch wunderbar auf die Vollblut-Rocker von
DECEMBER PEALS ummünzen lässt. Gegründet wurde Band aus Ibbenbüren (Nordrhein-Westfalen) bereits vor über 10 Jahren. Nach ihrer ersten EP
First In Flight anno 2000 brachten die Jungs 2004 ihr erstes Album
Le Cafe Royal heraus. Doch danach wurde es still und es folgten lediglich die Zwei EPs
If You Wanna Be Loud von 2007 und ein Jahr später
Back In The Back Of A Cadillac; zuzüglich zu etlichen Sampler-Beiträgen. Es wurde gepuscht ohne Ende, doch so richtig zünden wollte die Sache nicht. Es hat beinahe etwas von einer wilden Horde, die versucht eine Burg zu stürmen und mit einem Rammbock gegen das Tor drischt, aber nicht reinkommt.
Zeit also, die Angelegenheit in die eigenen Hände zu nehmen und die neue Scheibe in Eigenregie zu veröffentlichen. Und wenn es halt bei uns nicht klappt – wo gute Rockmusik selten eine Chance bekommt – dann wirft man mal einen Blick ins Ausland und findet das italienische Label Chorus Of One, mit deren Hilfe nun das neue Album
People Have Demons erscheint und fetzige Rocksongs mit hartem Sound verspricht.
Schon der erste Song „Bad Company“ ist ein richtiger rotziger Hardrock-Burner ganz in der Tradition von
GUNS N´ ROSES, mit einem fiesen Riff, fetten E-Gitarren und flotten Beat. „The Devil You Know“ führt das Schema konsequent weiter und ist einfach ein grandioser fetziger Hammer, der keine Kompromisse macht. Bei „Electric“ drosseln die Jungs ein ganz klein wenig das Tempo, fügen aber dafür mehr Partien hinzu und treffen damit genau den Gar-Punkt zwischen Melodie und Härte. Spätestens nach 30 Sekunden brennt die Anlage auf 10 + X und der Zuhörer mit ihm!
„Best Of Luck“ ist mit seinen schlichten Strophen und dem wütendem Chorus purer Rock `n´ Roll. Zugegeben: die Orgel am Anfang von
„Let Go“ hört sich verdächtig nach
„A Whiter Shade Of Pale“ von
PROCOL HARUM an, was die Jungs von
DECEMBER PEALS dann daraus zaubern, ist schlichter und sehr melodiöser Rock, dem man einfach gern zuhört. Auch „Hypoxia“ erweist sich durch seine Melodiösität als äußerst angenehmer Song, wenn auch ein ganz klein wenig softer wie der Rest des Albums. Mit dem Titeltrack „People Have Demons“ fügen
DECEMBER PEALS dem Glam Punk ein wütendes, fetziges Stück Power hinzu, während „Over And Over“ mit seiner wenig gemäßigten Art ein nahezu klassisches Punkriff besitzt. Doch schon „Saints And Sinners“ bedient man sich wieder ausführlich bei einem fetten Hardrockriff, leider ist das Stück eher monoton und fällt hier darum ein wenig aus dem Rahmen. „Prisoner“ geht noch einen weiteren Schritt zurück in Richtung 70s Sleaze-Rock, jetzt aber wieder mit der gewohnten Melodiösität und einem Chorus der sofort im Ohr hängen bleibt. „Capital Cowboys“ ist genau Das, wonach es sich anhört: ein gemächlicher Song mit starken Country Anleihen. Gänzlich ohne E-Gitarren, aber dafür sehr melodiös und bestens zum Mitsingen geeignet. Mit aller Wahrscheinlichkeit ein Stück, dass besonders Live hervorragend rüberkommt. „Slow Beat“ hingegen ist zwar eher gemächlich, doch keineswegs langsam. Sondern wieder geradliniges Stück Hardrock mit einem Chorus ideal zum Mitbrüllen. Das abschließende
„Got Taste“ zieht nochmal einen Querschnitt durch das Album und ist deswegen auch wieder ein fetziges Stück Rockmusik.
Das Klangbild von
People Have Demons hat einen äußerst coolen Rocksound mit extrem dicken Eiern. Die E-Gitarren von den Gitarristen PATTI und ALI sind recht wuchtig und stark verzerrt, so dass dem Zuhörer praktisch bei jedem Riff einen Stromschlag durch die Adern gejagt wird. Bassist TOBY holt aus seinem Instrument das Letzte raus und sorgt dafür, dass dem Zuhörer die Ohren bluten. Während THOMAS sein Schlagzeug mit unglaublicher Power spielt, malträtiert Sänger TOBY seine Stimmbänder und schreit seinen Vocals manchmal mit wahnsinniger Aggression heraus. Jedoch grölt er nie planlos herum oder grunzt guttural, dafür zwischendurch eindrucksvoll beweist, dass er sehr wohl singen kann. Gelegentlich, also bei den „ruhigeren“ Stücken, kann man ab und an ein paar Acoustic-Gitarren hören. Auf Keyboards wurde vollständig verzichtet, stattdessen wurde bei einigen Songs eine Orgel als Beiwerk verwendet.
Dabei setzen
DECEMBER PEALS in ihren Songs trotz aller Härte durchaus auf Melodie und mixen sehr gekonnt Hardrock, Heavy Metal, Sleaze Rock, Punk und den Glam Rock der 70er durcheinander und ergänzen es mit ihrem eigenen Stil.
People Have Demons ist darum ein von vorne bis hinten fetziges Album, das nur wenige Verschnaufpausen bietet. Zugegeben; in einigen Partien bricht die musikalische Vorliebe zu anderen Bands deutlich hervor, was dann in ein paar Stellen an
GUNS N´ ROSES und manchmal überdeutlich an die
BEATSTEAKS und die
DONOTS erinnert; besonders was die Verbindung zu mitreißendem Punkrock anbelangt, aber auch gleichzeitig dafür sorgt, dass die Stereoanlage bis zum Schluß voll aufgedreht bleibt.
Fazit: Alle Mann anschnallen und festhalten, denn der Rammbock von
DECEMBER PEALS hat mit
People Have Demons eine neue scharfe Metall-Spitze! Wer hier nicht mitgerissen wird, ist entweder tot, taub oder beides.
People Have Demons zieht euch die Metal-Parasiten aus der Fresse und verpasst euch gleichzeitig einen Hardrock-mäßigen Arschtritt, der geballte Punkpower in sich hat.
DECEMBER PEALS bringen damit euer Arschwasser zum Kochen! Insgesamt 9 von 10 Punkten – aber mit starker Tendenz zu 10!